Die Indianer Nordamerikas - Indianerstämme der Subarktis



Abitibi, Abitibiwinni
Die Abitibi sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in Nordost-Ontario lebte. Als Behausung verwendeten sie die Kuppelförmige Rinden-, Stroh- oder Fellhütte. Die Abitibi ernährten sich hauptsächlich von Wild und Fisch. Zu Beginn des Jahres 1984 gab es am Südufer des Abitibi-Sees noch 60 Stammesangehörige und bei Amos in Quebec noch 478 Abitibiwinni.

Abnaki
Sie sind ein Volksstamm der großen Algonkin-Sprachfamilie, der im heutigen US-Staat Maine lebte. Ihr Name "Abnaki", genauer Wabunaki bedeutet "Die mit beim Sonnenuntergang leben". Der Name betrifft vor allem die Stämme, die in Maine lebten, wie die Penobscot, Passamaquoddy, Malecite Arosaguntacock und Sokoki. Ihre Behausung waren kegelförmige mit Rinde bedeckte Tipis. Diese konnten leicht zerlegt und transportiert werden. Die Abnaki waren treue Verbündete der Franzosen gegen die Engländer bis sie 1724 bei Norridgewock und 1725 bei Pequawket besiegt worden. Einige Abnaki fanden in St. Francis in Kanada Zuflucht. Um 1890 siedelten sie sich wieder in Maine an, wo sie die Korbmacherkunst, die in westlichen Regionen der Großen Seen einst weit verbreitet gewesen war, entwickelten. Im Jahre 1967 wurden in Kanada 616 Abnaki gezählt und im Reservat von Maine 2.918 Indianer, von denen 1.106 Penobscot waren.
Norridgewock: (= "Das-Volk-das-am-stillen-Wasser-zwischen-den-Stromschnellen-wohnt"). Sie sind ein Unterstamm der Abnaki. Die Norridgewock waren loyale Freunde der Franzosen. Ihr Stamm wurde von den Engländer überfallen und verteilten sich danach auf andere Stämme.

Ahtena
Die Ahtena sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe, der im kanadischen Nordwest-Territorium wohnte. Sie verwendeten als Behausung das Doppelte Pultdach und ernährten sich von Karibu und Elch.

Atna
Die Atna sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe. Ihre Wohnstätte war das erdbedeckte Alaskahaus. Karibus, Fisch und Elche waren ihre Hauptnahrung.

Bear Lake
(Satudene). Die Bear Lake sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe. Ihre Heimat lag am Great Bear-See im Mackenzie-Territorium, wo sie als Behausung das Doppelte Pultdach verwendeten. Karibu, Elch und Fisch waren ihre Hauptnahrung. Nach ihrem Namen ist ein See benannt worden, der nördlich des Polarkreises im kanadischen Nordwest-Territorium liegt. Der See ist Teil des Mackenzie-Flußsystems, welches Einzugsgebiet der Karibu-Herden ist.

Beaver
Sie sind ein Stamm der Athapasken-Sprachfamilie, der als Wohnstätte das Doppelte Pultdach verwendete. Karibus und Elche waren ihre Hauptnahrung. 727 Beaver-Indianer wurden im Jahre 1967 in Kanada gezählt.

Beothuk
Die Heimat der Beothuk war Neufundland. Ihre Wohnstätte war das Tipi. Sie ernährten sich hauptsächlich von Karibus, Elchen und Seehunden. Die Beothuk waren die Ureinwohner Neufundlands, die aber heute ausgestorben sind. Als einer der ersten Stämme wurden die Beothuk von den Weißen entdeckt. Sie bemalten ihre Körper mit roter Farbe, woher auch die Bezeichnung "Rothäute" oder "roter Mann" herstammt.

Carrier
Die Carrier sind ein Stamm der Athapasken-Sprachfamilie, der im Küstengebirge zwischen Alaska und British Columbia lebte. Als Behausung verwendeten sie das Tipi oder auch das Doppelte Pultdach. Ihre Hauptnahrung waren Elch und Karibu. Die Carrier waren wie auch die anderen Stämme British Columbias ein Nomadenvolk. Sie wanderten mit den Karibuherden mit. Körbe, die die Carrier herstellten, waren nur gewickelt, im Gegensatz zu den anderen Stämmen der Region, die ihre Körbe wickelten und flochten. Im Jahre 1967 wurden 3.862 Carrier in Kanada registriert.

Chilocotin
Die Chilocotin sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe, der im Küstengebirge Alaskas und British Columbia beheimatet war. Das Blockhaus oder das Doppelte Pultdach diente ihnen als Unterkunft. Neben Karibu und Elch wurde auch Fisch als Hauptnahrung eingesetzt.

Dogrib
(Tlingchadinne). Die Dogrib sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachfamilie, der am Great Bear-See im Mackenzie-Territorium lebte. Ihre Wohnstätte war das Tipi. Sie ernährten sich hauptsächlich von Karibus und Elchen.

Etchareottin
Die Etchareottin sind ein Stamm der Athapasken-Sprachfamilie, der am Großen Sklavensee und in den Rocky Mountain beheimatet war. Die Crees nannten sie Awokanak. Die Etchareottin raubten von ihren Nachbarn den Cree viele Stammesangehörige und machten sie zu Sklaven. Die Franzosen übernahmen das Wort für Sklaven von den Cree und nannten See und Stamm nach dieser Bezeichnung.

Ettchaottin
Bedeutet im Deutschen "Leute, die in entgegengesetzter Weise handeln". Sie sind ein Stamm der Nahanes. Ihr Stammesgebiet lag entlang des Francis-Sees in British Columbia. Die Ettchaottin waren wegen ihrer aggressiven Kriegsbräuche bei den Nachbarstämmen gefürchtet.

Han
Sie sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe, der im Innern von Nordalaska beheimatet war. Als Behausung verwendeten sie das Doppelte Pultdach bzw. die Alaska-Erdhütte. Ihre Hauptnahrung war Elch, Karibu und Fisch.

Hare
Sie sind ein Stamm der Athapasken-Sprachgruppe, der sich selbst Kawchodinneh nannte. Ihre Heimat war der Great Bear-See im Mackenzie Territorium. Als Wohnstätte verwendeten sie das Doppelte Pultdach oder das Tipi. Ihre Hauptnahrung war der Elch und das Karibu, dessen Herden sie folgten.

Ingalik
Die Ingalik sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachfamilie, der am Yukon und Kuskokwin in Zentralalaska beheimatet war. Sie lebten in Erdhütten und ernährten sich von Fisch, Karibus und Elchen. Kunstvoll gearbeitete Holzschüsseln und oval, geflochtene Körbe machten sie bekannt.

Kaska
Sie sind ein Stamm der Athapasken-Sprachgruppe, der im Yukon-Territorium in British Columbia lebte. Ihre Unterkunft war das Tipi und ihre Hauptnahrung war Karibu und Elch.

Koyukon
Sie sind ein Stamm der Athapasken-Sprachgruppe, der am Yukon und Kuskokwin in Zentralaska lebte. Ihre Behausung war die Erdhütte und ihre Nahrung war hauptsächlich Elch, Karibu und Fisch.

Kutchin
Die Kutchin sind ein Stamm der Athapasken-Sprachfamilie. Sie lebten im Küstengebirge Alaskas und British Columbia. Ihre Behausung war das Doppelte Pultdach. Sie sind Jäger mit ursprünglich athapaskischer Kultur. Die Hauptnahrung war der Elch, Karibus und Fisch.

Malecite
Sie waren ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der jenseits der Grenze des Maisanbaus lebte. Ihre Heimat liegt im heutigen US-Staat Maine. Sie wohnten in sogenannten Kindred-Dörfern zusammen, die saisonbedingt zugunsten von Lagern aufgegeben wurden, in denen Wildfrüchte, Beeren und Nüsse gesammelt wurden. Hauptnahrung der Malecite war das Karibu, der Elch und Fisch.

Da die Jäger-Sammler-Gesellschaften verstreut über ein bestimmtes Gebiet waren, waren sie verwandtschaftlich organisiert in sogenannten Kindreds. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von Blutsverwandten, die nicht einen gemeinsamen Vorfahren hatten, sondern von einer lebenden Einzelperson. Die Kindreds waren über Mutter und Vater zu anderen Menschen verbunden, die nicht Blutsverwandte sein mußten, aber doch verwandt waren. Es gab aber soziale Unterschiede, die auf folgende Faktoren basierten, wie Alter, Geschlecht, Können und Fähigkeiten und mit Geistern in Kontakt treten können. Die sogenannten Kindreds war also der Zusammenschluß von Menschen in einer Gruppe mit einem bestimmten Jagdrevier. Innerhalb einer solchen Jäger-Sammler-Gruppe erfreute man sich aller Freiheiten einer Gesellschaft, konnte sich aber auf gegenseitige Unterstützung der Familie verlassen. 1967 gab es in Kanada 1.626 Stammesmitglieder; die Houlton-Sippe der Maleseet im US-Bundesstatt Maine zählte 1982 250 Personen.

Die Malecite hatten einen genauen, saisonbedingten Jagd- und Sammelplan:
Januar = Jagd auf Robben

Februar, März = Jagd auf Biber, Fischotter, Elch, Karibu und Bär

Ende März = Fischfang, der Fische, die zum Laichen die Flüsse hinaufkamen

strong>Ende April = Fischfang auf Hering, Stör, Lachs und das Sammeln der Eier der Kanadagans

Mai bis September = Kabeljaufischen und Muscheln sammeln entlang der Küste und Einbringen der reifenden Sommerfrüchte

Ende September = Aalfang

Oktober, November = Jagd auf Biber und Elche

mitten im Winter = >Harpunenjagd in eisbedeckten Gewässern auf den laichenden Frostfisch (Microgradus tomcodus)

Micmac
(auch: Mikwak, Mikwanak). Die Micmac sind ebenfalls ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der an der Atlantikküste des heutigen Bundesstaat Maine - genauer Canadian Maritimes - beheimatet war. Ihre Behausung waren Rindenwigwams und ernährten sich von Karibus, Elchen und vom Fischfang. Einst kamen die Micmac aus dem südlichen und östlichen Neufundland wie auch aus Prince Edward Island, Nova Scotia und New Brunswick. Sie trafen als erste nördlich der Karibik auf Weiße. 1497 sollen Stammesmitglieder mit Henry Cabot nach Europa gereist sein. Gegenüber den Engländern verhielten sich die Micmac nach dem Siebenjährigen Krieg feindselig, hatten aber zuvor Kontakte zu den Franzosen. 1880 gab es ca. 4.000 Micmac. Diese Zahl stieg bis 1967 auf 8.645 Personen an.
Gaspesien: Die Gaspesien sind eine Untergruppe der Micmac, die an der Gaspé Bay am St. Lawrence Golf beheimatet waren. Sie wurden auch als Micmac von Gaspé genannt.

Montagnais
Dorf der Montagnais Die Montagnais sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, die ihr Stammesgebiet an der kanadischen Atlantikküste um die heutige Stadt Quebec hatten. Als Behausung verwendeten sie das Tipi und ernährten sich hauptsächlich von Wild und Fisch. sie waren mit den Abnaki und Naskapi verwandt.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten sie eine Korbmachertechnik, die die traditionellen Behälter aus Birke ablösten. Sie waren eigentlich friedfertig nur gegen die Eskimos kam es zu vereinzelten Gefechten. Im Jahre 1967 gab es in Kanada 5.268 Stammesangehörige.

Mountain
Die Mountain sind ein Stamm der Athapasken Sprachfamilie, der in Alaska und im Bergland von British Columbia beheimatet war. Als Behausung diente das Doppelte Pultdach und ihre Hauptnahrung war der Elch und Karibus.

Naskapi
Die Naskapi waren der nordöstlichste Stamm der Algonkin-Sprachfamilie. Er lebte am St.-Lorenz-Strom bis nach Labrador hinein. Das Land der Naskapi war und ist auch noch heute unwirtschaftlich. Aus diesem Grunde haben sie vorwiegend die Annehmlichkeiten der Zivilisation kennengelernt, wie Gewehre, Stoffe, Werkzeuge, Fallen, praktische Gebrauchsgegenstände und den Alkohol. Ihre Feinde waren die Inuit im Norden und die Irokesen im Süden. Die Greueltaten der Irokesen werden heute noch erzählt. Sie leben auch heute noch in ihren angestammten Gebiet wie seit Jahrhunderten und genau noch so abgeschieden. Wegen des rauhen Klimas ist die Kindersterblichkeit verhältnismäßig hoch. Sie können aber trotzdem überleben, weil sie zäh und anpassungsfähig sind. Ihre Behausung war das Tipi und ihre Hauptnahrung war Großwild und Fisch. Die Naskapi gehören in ihrer Tradition zu dem wesentlich größeren Stamm der Montagnais. 284 Stammesangehörige lebten 1967 in Kanada.

Nipissing
Sie sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der nördlich der Großen Seen lebte. Als Wohnstätte verwendeten sie das Tipi und ihre Hauptnahrung war Wild.

Passamaquoddy
Sie sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der das Tipi als Behausung verwendete. Ihre Hauptnahrung waren Elche und Karibus. Die Passamaquoddy waren ebenfalls Mitglied der Abnaki-Konföderation. Diese Konföderation war mit den Franzosen verbündet und kämpfte gegen die Engländer. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren viele Passamaquoddy Katholiken geworden, was sie auch noch heute sind. Sie standen unter staatlichen Schutz im US-Bundesstaat Maine.

Penobscot
Sie sind ein größerer Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der auch noch heute in ihrem angestammten Jagdgründen lebt. Ihre Behausung war das Tipi und ernährten sich von der Jagd und bauten Mais an. Die Penobscot gehörten den Stammesbund der Abnaki an. Schon 1688 gab es in ihrem Stammesgebiet eine Missionsstation, die von Frankreich eingerichtet worden war. Die Penobscot erhielten nach der Revolution eine Reservation in Bangor im US-Bundesstaat Maine. Heute leben in dieser Reservation 1.500 Stammesangehörige.

Sekani
Die Sekani sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe, dessen Heimat das östliche Gebirge der Zentralregion in British Columbia war. Ihre Behausung war das Doppelte Pultdach oder das Tipi. Sie ernährten sich hauptsächlich von Karibus und Elchen.

Slave
Sie sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe, der am Great Slave-See im Mackenzie-Territorium wohnte. Die Slave verwendeten als Behausung das Doppelte Pultdach. Elch, Karibu und Fisch war ihre Hauptnahrung. Nach ihrem Namen ist auch der See nahe des Stammesgebietes benannt worden. 3.000 Personen wurden 1967 gezählt. Sie sind damit der drittgrößte Stamm der Subarktis nach den Chipewyan und Carrier.

Tagish
Die Tagish sind ein Volksstamm der Algonkin-Nadene-Sprachgruppe, dessen Heimat das Küstengebirge Alaskas und British Columbia war. Das Doppelte Pultdach war ihre Behausung und ernährten sich hauptsächlich von Fisch.

Tahitan
Die Tahitan sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe, dessen Heimat das Küstengebirge Alaskas und British Columbia war. Das Doppelte Pultdach war ihre Behausung und sie ernährten sich von Karibus und Elchen.

Tanaina
Sie sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe. Ihre Heimat war der Süden von Alaska. Sie bewohnten das Erdbedeckte Alaskahaus und ernährten sich von Elchen, Karibus und Fisch. Man sollte sie nicht mit den Tanana verwechseln, die ebenfalls in Alaska beheimatet sind.

Tanana
Sie sind ein Stamm der athapaskischen Sprachgruppe, der entlang des Yukon und Kuskokwin lebte. Ihre Behausung war das Erdbedeckte Alaskahaus. Neben Karibu und Elch ernährten sie sich auch von Fisch.

Tsetseu
Die Tsetseu sind ein Volksstamm der athapaskischen Sprachgruppe, der entlang des Yukon und angrenzenden Gebirge lebte. Ihre Behausung war das Doppelte Pultdach und ihre Nahrung waren hauptsächlich das Karibu und der Elch.

Tutchone
Sie sind ein Stamm der Athapasken-Sprachfamilie, der im Küstengebirge von Alaska und British Columbia beheimatet war. Als Wohnstätte kam das Doppelte Pultdach zum Einsatz und als Hauptnahrung wurde das Karibu und der Elch gejagt. Diese Speisen wurden durch Fisch noch ergänzt.

Yellowknife
Die Yellowknife sind ein Volksstamm der athapaskischen Sprachfamilie, der südlich des Great Slave-See im Mackenzie-Territoruim beheimatet war. Als Wohnstätte diente das Tipi und sie ernährten sich hauptsächlich von Elch und Karibu. 466 Stammesangehörige wurden 1967 in Kanada registriert.