Die Kulturpflanze "Mais"

Ohne die indianischen Nahrungspflanzen wäre die deutsche, italienische, französische ... Küche um zahlreiche Speisen ärmer. Ungefähr 60 Prozent der heute auf der Erde verzehrten Lebensmittel sind Pflanzprodukte, die von Indianern angebaut, gekreuzt und ausgelesen wurden, um so neue Sorten zu züchten, die ertragreicher und widerstandsfähiger waren, um sie den klimatischen Verhältnissen besser anzupassen. Diese Weiterentwicklung dieser Pflanze dauerte einige Jahrtausende.

Im Lateinischen wird Mais mit Zea bezeichnet. In der Sprache der Dakota heißt Mais Mondamin. Das Wort «Mais» geht in seinem Ursprung auf die Taino - einen karibischen Stamm - zurück. Mehr als 500 Sorten waren den Indianern bekannt. Sie unterschieden sich nicht nur durch verschiedenartige Kolbenlänge (8, 10 oder 12 Körnerreihen), sondern auch durch verschiedene Kornhärten, verschiedene Farben (weiß, gelb, braun, rot, schwarz, blau, gefleckt, gestreift...) wie auch durch den unterschiedlichen Geschmack.

Siehe das Thema «Rituale/Zeremonien».

Einige Stämme der Plains bauten auch Mais an, weshalb sie sich für einige Zeit an einem Platz bis zur Ernte des Getreides niederließen und dann wieder als nomadisierende Horden die Prärien durchstreiften. Die Pawnee - als einziger Büffeljägerstamm - opferten zu Ehren des Maisgottes noch Mitte des 19. Jahrhunderts eine Jungfrau. Dieser Stamm hatte ferner in ihrem heiligen Stammesbündel als Erinnerung an ihr Leben als Ackerbauern einen steinernen Maiskolben als Fetisch enthalten.
Der Mais wurde in Mischkult angebaut. Man pflanzte Mais, Sonnenblumen, Bohnen und Kürbisse auf ein Feld. An den herangewachsenen Maishalmen konnten die Bohnen emporrangen und die großen Kürbisblätter hielten die Feuchtigkeit im Boden.
Die Maisfelder wurden mit Hilfe aufgestellter Plattformen, auf denen Maiswachen postiert waren, bewacht, um einfallende Vogelschwärme von den Feldern zu verjagen. Siehe Abbildung links oben.
Mit Hilfe eines Maismörsers (ausgehohlter Baumstamm) wurde der geernte Mais mit einem Stößel zu Mehl gestoßen. Aus dem Maismehl wurden dann die verschiedenartigsten Speisen zu bereitet.
Wieviele Arten Mais in unseren Breiten - also in Europa - angebaut werden, ist mir unbekannt. Wer von den Lesern dieser Webseite mehr Ahnung davon hat, kann mir ja mal ein Mail mit entsprechenden Informationen schicken. Ich wäre sehr dankbar.